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Gedenkstättenfahrt zu den vergessenen Orten der Shoah in Ostpolen - „Mich bewegt, wie Menschen diese schreckliche Zeit immer noch verharmlosen oder stillschweigen können.“

Dieses Fazit einer Teilnehmerin gibt einen Einblick in die Bedeutung der Gedenkstättenfahrt zu den vergessenen Orten der Shoah in Ostpolen und macht deutlich, wie prägend die Auseinandersetzung mit dem schwierigsten Kapitel der deutschen Geschichte war.

26 Schüler:innen stellten sich nach intensiver Vorbereitung dieser Herausforderung auf der Fahrt, die vom 19. bis 26. Juni 2026 stattfand.

Der Besuch des Museums „Polin“ in Warschau zur jüdischen Geschichte in Polen bildete den Auftakt der Reise, ein geleiteter Rundgang über das Gebiet des ehemaligen Warschauer Ghettos schloss sich daran an.

Von Warschau aus ging es weiter nach Lublin. Dort waren die nächsten Tage der intensiven Arbeit vor Ort gewidmet: Die Situation der Lubliner Jüdinnen und Juden lernten wir im Teatr N.N. kennen. Ein von den drei begleitenden Lehrerinnen vorbereiteter und geleiteter Stadtrundgang auf den Spuren der Täter:innen und zweitägige Workshops und Führungen auf dem Gelände des ehemaligen Konzentrationslagers Majdanek standen im Mittelpunkt der weiteren inhaltlichen Auseinandersetzung.

Ein besonders intensiver Moment war das gemeinschaftliche und individuelle Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus auf dem Gelände des ehemaligen Lagers von Majdanek.

Emotional besonders herausfordernd war die Tagesfahrt nach Izbica, wo sich in der Zeit der deutschen Besatzung ein Transitghetto befand, und zum ehemaligen Vernichtungslager Belzec. Die 2004 neu gestaltete Gedenkstätte beeindruckte die Schüler:innen mit ihrer vielfältigen Symbolik zutiefst.

Dass die auf der Fahrt gewonnenen Eindrücke bewegend und bedrückend sind, verdeutlichte auch der intensive Austausch während der abschließenden Reflexion. Zugleich ist es der Gruppe wichtig, dass die Erinnerung an das Geschehene bewahrt und die Gedenkkultur erhalten bleibt, besonders angesichts der Umdeutungsversuche und Verharmlosungen der NS-Verbrechen durch populistische Gruppierungen.

Erleichtert wurde die Fahrt durch unseren polnischen Teamer Mateusz Matuszyk, der uns in praktischen Dingen unterstützte. Zugleich führte er uns in landesübliche Gepflogenheiten und landestypisches Essen ein, außerdem brachte er uns das moderne Polen näher, dessen Schönheit alle begeisterte.

Neben Mateusz Matzszyk danken wir Anita Borkowska für ihre Arbeit vor Ort. Für die finanzielle Unterstützung danken wir dem aktuellen forum e. V., der Sanddorf-Stiftung, der Axel Springer Stiftung, dem Erzbistum Paderborn und der VerbundVolksbank OWL.

Text: Fr. Lettermann, Fotos: Fr. Hertel