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Sek. II

In der Oberstufe geht es im Sinne einer Wissenschaftspropädeutik wesentlich um die Einübung in das wissenschaftliche Arbeiten, z. B. die Auslegungsmethoden für die Bibel kennen zu lernen und reflektieren zu können, oder die Auseinandersetzung mit der modernen Geistesgeschichte, z. B. der Religionskritik.

Dennoch wird auch in der Oberstufe immer wieder Bezug auf die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler genommen. Das Lernen findet hier besonders variationsreich statt. Texte bewusst reflektierter unterschiedlicher Gattungen werden analysiert, reflektiert, bewertet und selbst produziert in einer Weise, dass die Schülerinnen und Schüler über kompetentes Verstehen sich mit den Inhalten und damit immer auch mit sich selbst auseinander setzen. Ähnliches gilt für Werke der Kunst, Architektur, Musik. Zwangsläufig werden ebenso Erkenntnisse und Methoden gesellschaftswissenschaftlicher und naturwissenschaftlicher Fächer in den Religionsunterricht eingebracht und bedacht. Bei all dem stehen auf dem Hintergrund der christlichen Tradition die persönliche Sinnsuche, die Auseinandersetzung mit gesellschaftlichen Werten und anderen Weltreligionen sowie das Entwickeln der Fähigkeit, Fragen zu stellen und selbstständig zu denken und zu handeln im Vordergrund.

Grundlegend für den katholischen Religionsunterricht ist die pädagogischen Zielsetzung des Pelizaeus-Gymnasiums, die im Schulprogramm als im Zitat Hartmut von Hentigs: „Die Menschen stärken, die Sachen klären“ zusammengefasst ist. Daraus ergibt sich, dass schulisches Lernen immer auch eingebunden ist in Prozesse der Selbst- und Sinnfindung der Kinder und Jugendlichen. Da der religiös und weltanschaulich neutrale Staat die Antworten auf die letzten Fragen des Menschen nicht selbst geben kann, kooperiert er mit den Kirchen und Religionsgemeinschaften, die für Ziele und Inhalte des Religionsunterrichts verantwortlich sind (vgl. Art. 7 Abs. 3 GG). Damit nimmt der schulische Religionsunterricht einen Teil des Gesamtbildungsauftrages der Schule wahr. (Vgl.: Der Religionsunterricht vor neuen Herausforderungen, Die deutschen Bischöfe 80, 16. Februar 2005, S. 7)

Trotz der neuerlichen Ausrichtung an den Kompetenzbereichen bleibt gerade in der Oberstufe die Orientierung an grundlegenden Themen des katholischen Glaubens als Eckpfeiler für das unterrichtliche Handeln unverzichtbar. Dabei sind u. a. zu nennen (Vgl. auch: Schulcurriculum  katholische Religionslehre):

  • Tod und Auferstehung
  •  Sakramente, insbesondere Eucharistie
  • Christliche Rede von Gott
  • Selbstverständnis der Kirche
  • Werte und Normen
  • Schuld und Versagen
  • weitere Weltreligionen und Glaubensgemeinschaften